April 2021 – macht diesmal wirklich was er will



Es wurde nochmal so richtig kalt, aber bald wurden aber wenigstens die Tage sonnig und der Frühling war deutlich spürbar. Der Garten wartet förmlich darauf bestellt zu werden. Die Beete hatten wir in den letzten Wochen schon soweit fertig vorbereitet. Jetzt kann es mit der Aussaat so richtig beginnen. Hier oben in der Rhön sind wir mit der Vegetation um gut einen Monat hinter tiefer liegenden Gegenden zurück, was evtl. dazu führen kann, dass ihr euch über gewisse Zeiten unsererseits wundern könntet. Um euch einen noch besseren Einblick in unsere Beet- und Gemüseplanung zu geben, hier nochmal einige bisher geleisteten Vorarbeiten im Februar/März:


Draußen:

  • Relativ früh im Februar krauteten wir den letztjährige Topinamburstreifen. Einen schon abgelegenen Kompost, von einem Berkeley (Heißrotten-Kompost) aus dem Herbst, mit viel Laub als Kohlenstoffanteil, haben wir mit aufgebracht und die verbliebenen Knollen aus der Erde geholt und vereinzelt. In einem Tel des Topinamburstreifens haben wir es mal mit der Aussaat von Helianti versucht. Ein weiteres Sonnenblumengewächs. Der Streifen liegt nahe aber außerhalb der eigentlichen Ertragszone und kann/soll auch als Puffer für die territoriale Wühlmaus dienen. Die Hoffnung ist, dass sie sich am Tobinambur bedienen und die Möhren etc. innerhalb der Ertragszone stehen lassen.

  • Das Gemüse, was es über den Winter geschafft hat, haben wir vereinzelt oder durch Krauten etwas Platz verschafft. Dazu zählen der Grünkohl „Holter Palme“, die Winterhecken-Zwiebel, der „Gute Heinrich“ und unsere Knoblauch-Erdbeerbeete.

  • Schon bei Eiseskälte eingesät haben wir Spinat, Feldsalat und Winterfeldsalat. Die beiden letzteren zeigen sich allerdings leider noch nicht und wir waren evtl. doch zu voreilig.

  • Alles wurde mit Hackschitzel-Kompost-Gemisch und/oder Berkeley-Kompost abgemulcht, wie auch bei den anderen Beeten.

  • Unseren neu angelegten Getreidestreifen ( ca.12-15m auf 1,20m ) haben wir ebenfalls bestellt. Mit verschiedenen Getreidesorten versuchen wir unser Glück. Unter anderem säten wir den blaukörnigen Sommerweizen „Tschermaks“ und Einkorn „Galei“ ein. Versuchen deshalb, weil es das erste Mal ist, dass bei den Waldgeistern Getreide angebaut wird und wir den Streifen einfach mit dem Aufbringen von Hackschnitzel-Kompost-Gemischt auf die Wiese angelegt haben. Für die Aussaat lockerten wir dann den Boden mit der Harke leicht auf und verstreuten die Samen. Anschließend haben wir alles glattgezogen, angedrückt und gewässert.


Drinnen:

  • Mitte März haben wir mit der Anzucht der über zehn Tomatensorten begonnen, die wir kurz nach Ostern in größere Töpfe umgepflanzt haben. Die Keimblätter können dabei ruhig mit in die Erde und die kleinen Pflänzchen bis an die erste Gabelung vertieft werden. So kann sich ein stabiles Wurzelwerk bilden. Ein Bild von der Sonnenfalle mit den Tomatenpflanzen und einer Erklärung zu den Sorten und dem Aufbau der Sonnenfalle folgt, wenn es so weit ist, in einem kommenden Blogbeitrag.

  • Da die Anzahl unserer Beete doch schon recht zahlreich geworden ist, haben wir uns dieses Jahr dafür entschieden, einen etwas ausführlicheren Pflanzplan zu gestalten. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen hilft es, einen Überblick zu behalten und die Arbeitsschritte zeitlich einzuhalten. Zum anderen kann so besser abgeschätzt werden, wie viel Saatgut tatsächlich gebraucht wird, um Überschüssiges tauschen oder verschenken zu können. Ein weiterer Vorteil, vermutlich der relevanteste in Bezug auf den Ertrag, ist, dass es uns ermöglicht, durch die Berücksichtigung der Pflanz-, Aussaat- und Erntezeiten der verschiedenen Kulturen, relativ genau zu wissen, wann ein Beet wieder frei wird und wann wir dementsprechend mit der Anzucht der Nachfolgefrucht beginnen oder eine Zwischenfrucht einsähen können. Das alles geht natürlich auch ohne, aber es auf einem Blatt Papier oder am PC zu sehen, lässt die Beetbelegung und Beetplanung doch schon übersichtlicher werden.


Mit der neu gestalteten Pflanzplanung ausgestattet, ging es dann im April weiter und immer mehr Beete wurden bepflanzt. Die folgende Aufzählung beschreibt Arbeitsschritte die wir bis zum 07. Mai erledigt haben:


Draußen:

  • Eine Woche nach Ostern begannen wir mit der Freilandvoranzucht in unserem Anzuchtbeet. Darin ist die Erde um einiges feiner als in den restlichen Beetstreifen, da wir darauf geachtet haben, den Hackschnitzelanteil spürbar kleiner zu halten. Jede Menge rote und weiße Zwiebelsamen und verschiedene Möhren haben wir relativ eng eingesät. Wenn es soweit ist vereinzeln wir sie in die Beete. Gerade die Zwiebel eignet sich natürlich auch für die Pflanzung zwischen die Erdbeeren, in unsere abgemulchten Baumscheiben im kommenden Waldgarten.

  • Die Rüben/Beete-Vielfalt muss sich vor den Möhren nicht verstecken. Zwei längliche Rote Rüben, eine Gelbe Bete, eine Weiße Bete und die weiß-rote "Tondo di Chioggia" säten wir per Direktsaat in das Beet. Ein buntes allerlei an Rüben bringt nicht nur vom Aussehen her Vielfalt auf die Teller.

  • In das Erbsenrankgerüst haben wir neue/mehr Weidestäben eingearbeitet, um die Stabilität auch für dieses Jahr zu gewährleisten. Anschließend steckten wir auch schon die getrockneten Kapuzinerbsen aus dem letzten Jahr.

  • Unsere Auswahl an Kartoffelsorten haben wir nochmals erweitert. Die „Blaue Anneliese“, der „Red Duke of York“ und die „Blauen St.Galler“ gesellten sich zu unseren letztjährigen Sorten. Bevor wir sie geäugelt bzw. je nach Größe und Triebanzahl halbiert oder ganz gesteckt haben, suchten wir die dicksten und festesten einer jeder Sorte raus. Insgesamt sind es jetzt 13 verschiedene Kartoffelsorten. Von festkochenden, gelbfleischigen Sorten zu weichkochenden, blaufleischigen Sorten ist wirklich alles dabei. Auch in Sachen Lagerfähigkeit haben wir variiert und können uns so über den Herbst, Winter und Frühjahr verteilt, abwechslungsreiche & bunte Kartoffelgerichte schmecken lassen. Das erfreut nicht nur die Kleinsten :)

  • In unser Dicke Bohnen Beet haben wir noch Kapuzinerkresse gesät, da verschiedene Lausarten lieber an die Kapuzinerblätter gehen und unsere Bohnen in Frieden lassen. Die Blüten der Kapuzinerkresse lassen sich natürlich dennoch naschen.

  • Ebenfalls geeignet für Direktsaat ist Kohlrabi. Wir haben die violett-grüne Sorte "Azur Star" ausgesät. Kohlrabi Superschmelz muss allerdings noch etwas warten bevor die Samen in den Boden können

  • Den Spitzkohl „Filderkraut“ haben wir auch direkt gesät. Voranzucht wird meist empfohlen allerdings klappte es die letzten Jahre auch mit der Direktsaat sehr gut.

  • Beim Blumenkohl haben wir uns für die Sorte „Neckarperle“ entschieden.

  • Die freien Plätze neben dem letztjährigen Grünkohl sind nun auch wieder mit neuen Grünkohlsamen belegt.

  • In ein relativ kleines Beet säten wir den Rotkohl „Kalibos“. Wenn alles glatt läuft, können wir davon dieses Jahr zwei Ernten einfahren, da wir rechtzeitig die Nachfolgepflanzen anziehen werden.


Drinnen:

  • Bantam Mais, Inka Mais und Hirse haben wir zum Vorziehen in den frei gewordenen Anzuchtkasten eingesät. Da waren wir allerdings etwas früh dran, da wir nicht beachtet haben, dass Mais erst Mitte/Ende Mai in Freie gepflanzt werden soll. Ändern konnten wir es nicht mehr und hoffen, dass die Kälte trotz der Auspflanzung Ende April unseren Mais nicht erfrieren lässt.

  • Gurken und Zucchini ziehen wir in Töpfen auf der Fensterbank vor. Bei der Gurke haben wir eine „kälteresistente“ Sorte ausgewählt, da viele Gurken dem Klima in der Rhön nicht gewachsen sind. Gurken und Zucchini werden wir, wenn es soweit ist, in die Schlüssellochbeete pflanzen.

  • Anfang Mai nutzen wir die vormaligen Töpfe des Maises für die Voranzucht der Kürbispflanzen. Acht „Hokkaido Orange“ und sieben „Butternut Watham“ gesellten sich zu den Gurken & Zucchinis auf die Fensterbank. Bei dem Anbau verschiedener Kürbisse gibt es etwas zu beachten, um gegenseitige Bestäubung und Kreuzung zu verhindern. Ein einfacher Tipp hierfür ist, auf die lateinischen Pflanzennamen zu achten. Hinter cucurbita = Kürbis sollte nicht der selbe Name stehen. Der Butternut z.B ist ein „cucurbita maschata“ und der Hokkaido ein „cucurbita maxima“. Dasselbe gilt auch für Gurken und Zucchini, also alle Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse.

Im Folgenden ein paar Anmerkungen, von denen ich aus Gründen der Vollständigkeit noch berichten will:


→ Bis auf die Kartoffel, das Getreide und die Lichtkeimer haben wir alle Samen in 1-4cm tiefe Löcher oder kleine Gräben versenkt und wieder mit Erde abgedeckt. Gerade für die Aussaat ist es nicht förderlich an Wasser zu sparen, weswegen das Angießen nicht ausbleiben sollte.


→ Um den Überblick zu behalten und allen Besuchern die Möglichkeit zu geben, zu wissen was angebaut wurde bzw. welche Pflanze zu welchem Gemüse gehört, haben wir jede Menge Beschriftungsstecken geschnitzt. Dafür haben wir Stecken angespitzt und den Teil zum Beschriften mit dem Abziehmesser glattgezogen, so dass die Edingbeschriftung besser und länger lesbar ist

→ Dieses Jahr wird es ganz besonders Spannend, da es das erste Jahr ist, in dem großflächig Hackschnitzel-Kompost-Gemisch auf den Beeten ist. Das heißt natürlich auch, dass wir nur durchs machen auch rausfinden können, wie die Aussaat in die Beete am besten funktioniert. Besser gesagt wissen wir erst anhand der Keimquote, ob wir es richtig gemacht haben oder Verbesserungsbedarf in Sachen Zusammensetzung und Feinheit/Grobheit des Hackschnitzel-Kompost Materials besteht. Davon werden wir euch sicherlich immer mal wieder berichten. Ob bei YouTube, in Blogbeiträgen oder unseren Telegram-Gruppen. Viel Spaß und viel Erfolg mit euren eigenen Pflanz- und Gartenprojekten! Vielleicht können wir durch die hier aufgeführte Gemüsevielfalt ja die ein oder andere Anregung mitgeben.


Falls euch Dinge auffallen, die ihr anders machen würdet, ihr Anregungen für uns oder praktische Tipps rund ums Woodchip-Gardening habt, teilt uns das gerne mit :)