Projektförderung durch den Landkreis


Der Landkreis Rhön-Grabfeld fördert über drei Jahre hinweg mit insgesamt 40.000 Euro Kleinprojekte von Vereinen und Personengruppen. Wie auch im letzten Jahr haben wir uns für 2019/20 mit dem Projekt "Picknick mit Bienen" beworben und bekamen am 15.07.2019 den offiziellen Bescheid zur Förderung über 1.000 Euro überreicht.

Hier möchten wir unser Projekt aus verschiedenen Perspektiven beleuchten:

Beschreibung "Picknick mit Bienen"

Von der Gemeinde Sandberg wurde uns im Außenbereich eine Fläche für die Errichtung eines Insektengartens gestellt. Die Fläche liegt direkt am Weg zwischen Waldberg und Premich und somit an einer südlichen Hauptroute für Wanderer, Mountainbiker und Pilger. Auch für die Dorfbewohner gilt die Strecke als beliebter Fußweg.

Die Fläche soll ein natürliches Idyll für Mensch und Tier gleichermaßen sein. Deshalb möchten wir in südliche Richtung, mit Blick bis nach Schweinfurt, eine Holzliege zum Ruhen und Verweilen aufstellen. Während man auf der Bank innehält soll das Zwitschern der Vögel und das Summen der Insekten die Verbindung zur Natur herstellen. Um die Bank herum wird durch lebende Gehölze wie Haselnuss, Flieder und Maulbeere ein Lebensraum für Wildbienen und heimischen Vögel geschaffen. Die traditionelle Heckenlandschaft stellt einen Kulturschatz dar, der in der heutigen Zeit besonders erhaltenswert ist. Der Hangbereich wird durch einen "Naschgarten" aus verschiedenen Beerensträucher vor Erosion gesichert und erfreut sicherlich so manchen Wanderer auf seinem Weg. Ein mit dem Kindergarten St. Josef gebautes Insektenhotel rundet das Zusammenspiel aus Erholungsplatz und Erlebnisstätte ab.


(Anfang 2019 sah es noch recht kahl im Insektengarten aus)

Die drei ethischen Grundprinzipien:

Kümmere dich um die Erde

Dazu findet man in der Beschreibung schon viele Punkte. Zum einen wird die Magerfläche in eine Blühfläche verwandelt. So finden heimische Insekten genügend Nahrung. Durch Totholzhaufen, Lehmhügel und Insektenhotels haben sie auch in direkter Umgebung eine Brutstätte für Ihre Nachkommen. Mit Hilfe der Beerensträucher und Bodendecker schützen wir gleichzeitig die Erde vor Erosion und bieten gleichzeitig der Vogelwelt einen Anlaufstelle für Brutstätten und Futterplätze.

Kümmere dich um die Menschen

Zu allererst soll dieser Ort für den Menschen ein Erholungsort darstellen. Er kann sich auf die bequeme Holzliege legen und mit allen Sinnen die Natur - dessen Teil er ist - wahrnehmen. Dadurch verlangsamt sich nachweislich die Pulsfrequenz und wir atmen tiefer durch, was zu einer besseren Sauerstoffverteilung im Körper führt.

Aber wir möchten auch den Menschen die Probleme der heutigen Zeit aufzeigen. Wir Menschen gehen so unbedacht mit unserer Welt um. Hier in der Region erkennt man es durch die Abholzung von Streuobstwiesen, die Zerstörung von Heckenlandschaften und durch viele weitere Kleinigkeiten. Auch dieser Insektengarten wurde schon einmal von Menschenhand zerstört und musste in liebevoller und langer Handarbeit wieder renaturiert werden.

Der Mensch ist für uns ein Hüter und Beschützer der Natur und wir erhoffen uns, dass es dem Menschen wieder bewusster wird.


Teile gerecht und begrenze dich selbst

Unser Verein möchte Grundstücke mit anderen Menschen teilen aufzeigen, wie man mit der Natur eine Fläche nutzen kann. Der Raum auf dieser Fläche dient allen dort. Der Mensch findet dort Erholung und die Tiere finden dort Futter und Unterschlupf.

Auch die Beerensträucher sollen für alle Lebewesen genießbar sein. Da dort überwiegend Wanderer rast machen werden sie also hoffentlich nicht alle Beeren leer essen, sondern auch einen Teil der Ernte für die nächsten Wanderer und Tiere übrig lassen. So ist zumindest unser vielleicht ideeller Wunsch.


Die Prinzipien der Permakultur

Es ist wohl nun ersichtlich welche Denkmuster uns zu diesem Projekt gebracht haben. Deswegen hier nur noch einige wenige Worte zu den Prinzpien der Permakultur auf unser Projekt angewendet:

Beobachte und nimm teil: Die Menschen, die dort Rast machen sollen bewusst die Natur beobachten und Teil davon werden.

Lasse Selbstregulierung zu: Wir haben nun ein gutes Jahr den Garten ruhen lassen um zu beobachten welche Pflanzen dort ansässig werden. Wir werden mit so wenig Eingriffen wie nötig dort das Projekt umsetzen.

Erziele einen Ertrag: Zum Einen werden wir den Ertrag an Beeren und anderen Früchten haben. Zum Anderen ist es für uns auch eine Art "Ertrag" wenn Menschen Zeit an diesem Ruheort verbringen und es genießen.

Einbeziehen statt ausgrenzen: Einige Menschen stehen unserem Verein und unsere Arbeit in der Natur noch skeptisch gegenüber. Da der Insektengarten auf einer schönen Fußroute ums Dorf liegt werden wir hoffentlich einigen Dorfbewohner zeigen, dass unsere Arbeit auch für sie einen gewissen Mehrwert bringt.

Finde kleine und langsame Lösungen: Nach der Zerstörung des eigentlichen Insektengarten fangen wir mit kleinen Veränderung an diese Fläche für Mensch und Tier sinnvoll zu gestalten.

Nutze Randzonen und schätze Übergänge: Obwohl die Fläche eher klein ist werden wir dort verschiedene Bereiche anlegen. Es wird eine Mischung aus Magerfläche mit Wasserzone, bodendeckende Beerensträucher und Meterhohen Bäumen und Hecken werden.

Reagiere kreativ auf Wandel: Wir schauen uns genau die Ausgangslage an und überlegen uns kreative Ideen mit dem vorhandenen "Material" umzugehen. In diesem Fall war es so, dass wir durch die Kleinprojektförderung auch die Aufmerksamkeit des Landkreises auf den Insektengarten gelegt haben und dort nun kein anderer Mensch willkürlich die Natur zerstören wird. So haben wir die für uns sinnigste Lösung gefunden.

Am Ende noch der Zeitungsartikel


Text als PDF



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