Plastikfreie Pflanzenanzucht


Wer keinen Bock mehr auf Bio-Gurken in Plastikfolie hat, der gärtnert nach Möglichkeit selbst. Egal, ob dafür ein großes Feld oder nur eine Fensterbank zur Verfügung stehen. Doch auch dabei stolpert man regelmäßig über weitere "Plastikfallen". Auch wir wollen möglichst nachhaltig unser Gemüse anbauen und zeigen Euch heute, wie wir unsere Gemüseanzucht begonnen haben.


Kommen wir zuerst zum Offensichtlichen. Worin soll ich anpflanzen? Viele verwenden Plastiktöpfen und Schalen. Diese kann man zwar öfters verwenden, allerdings gehen sie nach einigen Jahren kaputt und landen dann auf dem Müll. Es spart also im Endeffekt Müll ein, aber langfristig muss auch dieser Müll entsorgt werden. Wir hatten auch keine Pfanztöpfchen, denn wenn man sich niemals Pflanzen kauft und keine von Freunden und Familie bekommt, dann kommt man nur über den Neukauf an solche Plastikschalen ran.

Beliebt sind dann noch Eierkartons. Doch wenn man sich überwiegend pflanzlich ernährt, dann fallen auch keine Eierkartons an. Also müsste man wieder auf Freunde und Familie zurückgreifen. Naja, dass war jetzt bei uns auch nicht der Fall.

Und so haben wir im Internet nach Eierkartons geschaut und haben direkt ein Schnäppchen entdeckt. Hundert große Eierwaben mit Platz für 6 x 5 Eier bzw. Pflanzen für ganze 4 Euro plus Versand. Wir haben direkt zugegriffen! Naja, das einzige aus Plastik war hier natürlich das Packband, aber ich denke, dass können wir bei einem Kartonvorrat für mehrere Jahre verkraften.


Aber mit welcher Anzuchterde befüllt man diese Töpfchen? Viele verwenden eine eigene Mischung aus dem Garten. Wir haben schweren Lehmboden, der für die Anzucht nur bedingt geeignet ist. Denn die zarten Pflanzen brauchen lockere Erde für ihre Wurzeln. Natürlich kann man sie mit Sand noch etwas auflockern. Trotzdem bleibt dann noch die Frage nach den "Unkräutern", die ich nicht extra auf meiner Fensterbank anziehen brauche, die sind ja schon auf unserem Feld massig vorhanden. Die Sterilisation im Backofen kommt für uns nicht in Frage, da dann natürlich das komplette Mikroleben zerstörrt wird.

Auch hier haben wir uns im Internet auf die Suche begeben und sind bei gepressten Kokosfasern für die Reptiliengehäge gestoßen. Kokosfasern gibt es auch als Anzuchterde, allerdings ist sie im Reptilienhandel deutlich billiger! Für 70 Liter fertige Kokosfasern haben wir gerade einmal 10 Euro plus Versand ausgegeben. Da man Anzuchterde auch tatsächlich nur für die Anzucht benötigt kommen wir mit unserem Vorrat nun gut hin. Die Ziegeln sind in 4 Stücke aufgeteilt. Das Brotmesser und die Holzsäge sind NICHT dafür geeignet. Man muss sie tatsächlich mit Kraft auseinanderbrechen. Tja, zumindest hat sich keiner Verletzt. Achja, auch hier waren die Kokosziegeln selbst in einer dünnen Plastikfolie versiegelt und in einem Paket mit Plastiklebeband angekommen.


So sehen übrigens die Kokosfasern aus wenn sie mit Wasser aufgequollen sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Fasern sich schon gut mit Wasser vollgesaugt haben und man so nach dem Aussäen nicht noch einmal gießen muss.


Nachdem die Samen in der Erde sind tauchen gleich zwei weitere Fragen auf: Wie beschrifte ich meine Anzuchtkästen und wie schaffe ich ein Gewächshaus ohne Folie?

Die Beschriftung ist eigentlich bei vielen Gärtnern bekannt. Im Sommer wird jeden Tag mindestens ein Eis am Stiel verputzt und der Stiel gut aufgehoben. Naja, oder man kauf sich 500 Eisstiele für 5 Euro plus Versand. Natürlich könnt ihr Euch auch weniger besorgen, aber ich denke die Stiele gehen so schnell nicht kaputt und man kann sie überall im Garten zum Beschriften mit Bleistift verwenden. Wir finden dass ziemlich cool, nur die Stiele kamen natürlich in einer kleinen Plastikverpackung.

Mini-Gewächshäuser kennt man oft nur als Plastikschalen. Doch sogar bei IKEA soll es wohl ein Mini-Glasgewächshaus geben. Bei uns ist jedoch der Platz in der Wohnung stark begrenzt und wir haben keine Verstaumöglichkeit für's restliche Jahr. Und so haben wir einfach alles aus Glas, was wir in der Küche gefunden haben zum Wärmespeichern genommen. Dazu zählen Tortenhauben, Auflaufformen und umgedrehte Gläser.


Zusammengefasst haben wir nun alles für unsere Anzucht für die nächsten Jahre besorgt und haben dabei nachhaltige Rohstoffe mit wenig Plastikanteil verwendet. Die Kosten sind dabei überschaubar.

Wir hoffen wir konnten Euch einige Anregungen und Ideen zeigen und vielleicht habt Ihr ja auch noch ein paar gute Idenn, wie man es noch besser machen könnte.

Viel Spaß bei Eurer Anzucht wünschen Euch

Die Waldgeister


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