Terra Preta - die schwarze Erde

04/01/2018

 
Vielen Menschen ist der Begriff Terra Preta noch nicht bekannt, deswegen haben wir Euch hier eine Zusammenfassung unseres Wissens über Terra Preta aufbearbeitet.
 
 
 

1. Was ist Terra Preta?

2. Wie funktioniert sie?

3. Wie stelle ich sie her?

    - Biomasse / Bokashi / Küchenabfälle

    - Holzkohle 

    - Effektive Mikroorganismen

4. Potenzial / Fazit

5. Workshops 

 

 

1. Was ist Terra Preta?

 

Der Begriff "Terra Preta" kommt aus dem Portugiesischen und bedeutet soviel wie "Schwarze Erde". Terra Preta kommt überwiegend im Amazonasbecken in Südamerika vor. Anders als man denken mag, ist diese Erde nicht natürlich entstanden, sondern von Menschen, besser gesagt, von den indigene Völkern, hergestellt worden.

Die Indianer damals haben meist ihre Siedlungen kreisförmig errichtet. Hinter jedem Haus gab es einen Bereich, auf den man Gemüsereste, Knochen, Fäkalien, Tonscherben und Reste der Feuerstelle beseitigte. Über die Jahrhunderte hat sich daraus dann die Terra Preta entwickelt.

Wissenschaftler sind immer noch dabei genauer zu untersuchen, wie genau dieser Humus über die Jahrtausende entstanden ist. Einige Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass ein überwiegender Teil des Amazonas von Schwarzer Erde bedeckt ist. Dass lässt wiederum darauf folgern, dass dort vor unserer Zeitrechnung zwischen fünf und zehn Millionen Menschen gelebt haben könnten.

 

 

 

 

 

 

2. Wie funktioniert Terra Preta

 

Terra Preta ist ein Boden, der sich durch seine hohe Fruchtbarkeit auszeichnet. Sie schafft es Nährstoffe und Wasser außergewöhnlich gut zu speichern. Die Erdschicht ist oftmals mehrere Meter tief und gilt damit als äußerst widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen.

Und Terra Preta ist nachhaltig fruchtbar - schließlich ist sie zum Teil schon seit weit über tausend Jahren dem extremen Klima Amazoniens ausgesetzt und "funktioniert" nach wie vor. Für die Bauern am Amazonas sind die Schwarzerden ein Garten Eden, auf dem es sich sorgenfrei leben lässt. Kein Geld muss für Dünger ausgegeben werden, die Böden selbst sind quasi der Dünger und versorgen ihre Besitzer mit reichlich Nahrung

 

 

 

 

 

 

3. Wie stelle ich Terra Preta her?

 

Ob und wie man Terra Preta selbst herstellen kann ist eine vieldiskutierte Frage. Schließlich hat die Wissenschaft noch nicht klären können wie genau Terra Preta entstanden ist. Doch die Natur kann man nicht erklären, in dem man sie auseinander nimmt und ihre kleinsten Teilchen untersucht. Es ist genau so sehr das Gefühl für das Leben mit und in der Natur, unser Gespür.

Was also liegt näher als es den Indianern nach zu empfinden. Unsere Terra Preta besteht deshalb aus Bokashi, Holzkohle, Pferdemist, Effektiven Mikroorganismen, Grünschnitt, Asche und Gesteinsmehl.

Hat man alle Bestandteile hergestellt folgt nun die weitere Verarbeitung, z.B. mit der Variante als anaerober Kompost. Dazu wird zunächste eine Terra-Preta Miete aufgesetzt. In dieser Schichtet man alle festen Materialien nach und nach aufeinander. Dabei ist darauf zu achten, dass man immer wieder die Schichten gut verdichtet. Es soll möglichst wenig Luft in der Miete vorhanden sein. Wärend der Schichtung wird die Miete mit reichlich EM (effektive Mikroorganismen) Wasser (Mischung 1:20) durchwässert und anschließend mit einer Folie abgedeckt.

So bleibt die Terra-Preta Miete nun 6-8 Wochen, bei ausreichend Wärme reichen auch 4 Wochen.

Wichtig ist in den nördlicheren Breitengraden auch, die warme Jahreszeit für das aufsetzen der Miete zu nutzen, denn der Prozess braucht eine Temperatur möglichst über15°c.

Für das herstellen von Terra-Preta bieten sich auch luftdicht verschließbare Gefäße an, wie zum Beispiel große Eimer oder Tonnen. Um so weniger Luft an den Prozess herankommt um so besser gelingt er.

 

 

 

 

 

 

 

Bokashi

 

Wir verwenden für unsere Terra Preta die Erzeugnisse von unserem Bokashi. Im Bokashi-Eimer kann man alle organischen Abfälle, einschließlich Fleisch und Fisch, verarbeiten. Die Lebensmittelreste sollten jedoch möglichst klein geschnitten sein, damit sie eine große Oberfläche für den späteren Prozess bieten. Über jede Schicht sprühen wir Effektive Mikroorganismen und bedecken alles mit Holzkohle. Diese beschleunigen den Zersetzungsprozess und vermeidet unangenehme Gerüche. Wichtig ist auch das verdichten der einzelnen Schichten, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Wenn der Eimer voll ist verschließen wir ihn luftdicht und stellen ihn in den Heizungskeller, da dort die Temperatur stets konstant ist. Das Fermentieren findet sehr schnell statt, so dass der Bokashi schon nach 3 - 4 Wochen fertig ist. Durch den Zapfhahn am Eimer kann zusätzlich mineralstoffhaltige Flüssigkeit abgelassen werden und zum Düngen verwendet werden.

Der das fertige Bokashi-Substrat kann entweder direkt auf die Beete gegeben werden, weiter zu Komposterde verarbeitet werden oder in unserem Fall zur Terra Preta beitragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzkohle

 

Pflanzenkohle ist äußerst porös und besitzt eine enorme spezifische Oberfläche von teilweise über 300 m2 pro Gramm. Aufgrund der hohen Porosität vermag die Pflanzenkohle bis zur fünffachen Menge ihres Eigengewichtes an Wasser und den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Herstellung ist denkbar einfach....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Effektive Mikroorganismen

 

Wir verwenden für unsere Terra Preta die Erzeugnisse von unserem Bokashi. Im Bokashi-Eimer kann man alle organischen Abfälle, einschließlich Fleisch und Fisch, verarbeiten. Über jede Schicht sprühen wir Effektive Mikroorganismen und bedecken alles mit Holzkohle. Diese beschleunigen den Zersetzungsprozess und vermeidet unangenehme Gerüche. Wenn der Eimer voll ist verschließen wir ihn luftdicht und stellen ihn in den Heizungskeller, da dort die Temperatur stets konstant ist. Das Fermentieren findet sehr schnell statt, so dass der Bokashi schon nach 3 - 4 Wochen fertig ist. Durch den Zapfhahn am Eimer kann zusätzlich mineralstoffhaltige Flüssigkeit abgelassen werden und zum Düngen verwendet werden.

Der das fertige Bokashi-Substrat kann entweder direkt auf die Beete gegeben werden, weiter zu Komposterde verarbeitet werden oder in unserem Fall zur Terra Preta beitragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Trenntoilette / Aus Scheiße Gold machen

 

Wenn es nach uns geht ist es einfach nur ein absoluter Wahnsinn, wie wir die Entsorgung/Weiterverwendung unserer Fäkalien geregelt haben. Oder wie Joe Polaischer, ein Permakulturpionier sagte:"Die Spültoilette ist der Untergang des Abendlandes"

Anstatt einer Energieaufwändigen und Wasserintensiven Klärung von Fäkalien, die rein logistisch gigantisch ist bringt eine Trockentoilette nur Vorteile mit sich. Keine teuren Rohrsysteme, die zu noch teureren Kläranlagen führen, die dann doch nicht alles herausfiltern können und so unser Trinkwasser mit Medikamenten und allem was nicht gefiltert werden kann anreichern. 

Damit Ihr einmal seht, wie das ganze funktionieren kann haben wir Euch auch hier ein kleines Video von unserer Trockentoilette gemacht. Es gibt natürlich verschiedene Systeme und Möglichkeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Fazit

 

Neu geschaffene Terra Preta (sog. Terra Preta Nova) könnte ein wichtiger Punkt bei der Bewältigung der heutigen Menschheitsproblematik sein. Die Bevölkerung wächst rasant, genau so wie der Welthunger, die Umweltzerstörung und das Aussterben vieler Tierarten. Doch dass müsste nicht sein. Unproduktive Böden könnte durch Schwarze Erde landwirtschaftlich genutzt und der Ertrag der herkömmlichen Fläche gesteigert werden. Biomasse könnte effektiver genutzt und mit Küchenabfällen und Fäkalien zu einem humusreichen Bodenleben beitragen. So ist der natürliche Kreislauf geschlossen. Wir hätten gesunde und reichhaltige Lebensmittel, der Humusgehalt im Boden würde steigen und die Tier- und Pflanzenwelt sich erholen.

Doch um als Spezies Mensch auch in Zukunft eine Lebensgrundlage auf diesem Planeten zu haben müssten sich, unserer Meinung nach, dafür unsere gesellschaftliche Grundeinstellung komplett ändern und alt eingefahrene Strukturen neu überdacht werden.

Ist es noch zeitgemäß tierische Erzeugnisse zu essen, obwohl diese weitaus mehr Anbaufläche für Futtermittel benötig? Sind unsere Kläranlagen imstande Mikroplastik und Medikamente aus unseren Abwasser zu filtern? Falls nicht, gibt es andere Methoden oder kann man Plastik durch natürliche Rohstoffe, wie Hanf, Bambus oder Maisstärke, sinnvoll ersetzen? Ist unsere Art zu leben nachhaltig und wenn nicht, warum und was hindert uns daran?

Es ist an der Zeit nicht auf seinen eigenen Vorteil zu blicken und sich an Statussymbole auszurichten, die wir doch alle nicht mit ins Reich der Toden mitnehmen können. Wir müssen endlich anfangen konkrete Lösungen zu erarbeiten, die manchmal unbequem oder ungewohnt sein können. Auf jeden Fall können wir mit unserem Wissen heute schon eine bessere Welt für alle umsetzen.

 

 

 

 

 

5. Workshops

 

Unser wichtigstes Anliegen ist zu guter Letzt, dass das Wissen über Terra-Preta und vor allem die Herstellung dieser Allgemeinwissen wird. Jeder Gärtner oder Landwirt sollte wissen wie er die schwarze Erde selber Kostenschonend und mit einfachsten Mitteln herstellen kann.

Schwerpunkt wollen wir dabei generell darauf setzen, die vielfältigen Kompostiertechniken im Gesellschaftlichen Wissen zu erhalten und zu erweitern. Aerobe wie anaerobe Kompostierung.

Im Moment sind wir dabei mit verschiedensten Methoden wieder Terra-Preta zu erzeugen und sobald wir weit genug in der Umsetzung sind bieten wir Workshops an, in denen Ihr dann ausführlich die Methoden und Praktiken zur Herstellung kennen lernen könnt. Wir haben Euch jetzt zwar schon das wichtigste Wissen zur Herstellung mitgegeben und Stück für Stück in Videos dokumentiert, aber damit es sicher gelingt zeigen wir Euch gerne vor Ort wie es funktioniert.

Außerdem ist ja nicht jeder heutzutage online und so schnell in der Umsetzung und wir freuen uns über jeden, auch aus der älteren Generation, der mitmachen möchte.

 

 

 

 

 

 

 

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September 4, 2018

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