Rückschlag im Permakulturgarten // Reagiere kreativ auf Wandel

17/07/2019

 

Dieser Bericht zeigt deutlich, dass auch in unserem Verein nicht immer alle Ideen und Projekte erfolgreich verlaufen. Trotzdem soll er nicht entmutigen, sondern zu noch mehr Kreativität bei Problemen und Veränderungen aufrufen. 

 

 

Doch fangen wir von vorne an. Alles begann mit dem Kompostplatz und der fehlenden Möglichkeit dort Stroh/Heu für den Berkeley Kompost trocken zu lagern. Bei dieser Kompostart wird einmal ein Haufen aufgesetzt und dann regelmäßig gewendet. Daher kann das Stroh nicht zuvor wochenlang dem Wetter schutzlos ausgeliefert sein. Baumaterial war reichlich vorhanden und so begannen wir bedenkenlos eine kleine 2 x 3 Meter große "Hütte" zu bauen. 

 

An diesem Punkt möchten wir erwähnen, dass wir die Gesetzeslage zu Bauten im Außenbereich durchaus kennen (§35 BauGB und §57 BayBO) . Nur kamen uns diese Bedenken tatsächlich nicht vor dem Bau. Und als die Hütte dort stand dachten wir an den Spruch "wo kein Kläger - da kein Richter"

 

 

Nach den Prinzipien der Permakultur haben durch die kleine Dachfläche natürlich noch Energie gesammelt und gespeichert und den Platz geteilt, so dass noch eine Trockentoilette für unsere Zeltgäste eingebaut wurde (Verschwende nichts)

 

Auch die anderen Erdenbewohner kamen bei unseren Gedanken rund um diese Holzhütte nicht zu kurz. So montierten wir ein Vogelhäuschen für Blaumeisen (dazu später mehr), einen Futterplatz für Vögel, eine Vogeltränke und ins Holz wurden verschieden große Löcher für Insekten gebohrt. Alles wurde restlos gut angenommen und es war ein traumhafter Ort, der nun einen größeren Nutzen für alle hatte als davor. 

 

 

 

 

Wer könnte da schon etwas dagegen haben? 

 

 

Leider durften wir dieses Glück nur für kurze Zeit genießen. Denn schon einige Wochen nach Fertigstellung landete ein Schreiben vom Landratsamt in unseren Briefkasten. Es hatte sich doch jemand an unserer Hütte gestört gefühlt (auch wir haben nicht nur Freunde im Dorf) und so wurden wir aufgefordert innerhalb der gesetzten Frist alles wieder zurückzubauen

 

Uffz ... was nun? Da wir keine Personen sind, die schnell klein bei geben haben wir erstmal unsere Gemeinde angesprochen und um Hilfe gebeten. Leider ohne Erfolg. Dann haben wir das Bauamt angerufen und um Alternativen gefragt. Auch ohne Erfolg. Es schien also ausweglos zu sein. 

Nur dank Daniels waches Bewusstsein konnte er erkennen, dass ein Blaumeisenpärchen bereits begonnen hatte in unserem Häuschen zu brüten (Prinzip: Beobachte und nimm teil). Unsere Chance! Also griffen wir schnell zum Telefon und machten uns bei der Naturschutzbehörde schlau, was wir nun tun sollen. 

Blaumeisen brüten bis etwa Mitte Juli. Bis zu diesem Zeitpunkt könnte man eine Fristverlängerung durch das Bauamt erhalten. Eine Verlängerung ist zwar keine Lösung, aber sicherlich ein Anfang. 

 

Unsere weiteren Bemühungen, den Rückbau der Hütte zu stoppen waren leider vergeblich. Auch die dort eingezogenen Wildbienen schienen weder die Naturschutzbehörde, noch dem Bauamt zu interessieren. Und dass in Zeiten von Artensterben und Insektenschwund! Laut Aussage der Menschen im Landratsamt geht Baurecht vor Naturschutz. Traurig - aber wahr! 

 

 

 

Und so begannen wir vor wenigen Tagen den Rückbau unserer geliebten und geschätzten Hütte, die wir mit so viel Liebe und Arbeit zusammengebaut hatten. Da die meisten Baumaterialien alt waren entstand uns wenigstens kein finanzieller Schaden. Aber ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, mit welchem Wehmut wir die Vogeltränke, die Trockentoilette und alle die anderen Sachen dort entfernt haben. 

 

 

 

Nun ist die Hütte weg. Und mit ihr alle Tiere und Pflanzen. Nun ist dort ein leerer Ort. 

 

 

 

ABER! Wir haben Euch am Anfang des Textes versprochen, dass dies kein Beitrag wird, der Euch demotivieren soll! Waldgeister kämpfen immer für die Natur! Hier also der aufbauende Teil dieses Beitrags. 

 

Recherchen im Netz, in Gesetzestexten und bei befreundeten Projekten halfen uns nur bedingt weiter. Es gibt verschiedene Möglichkeiten etwas im Außenbereich bauen zu dürfen. 

 

- wenn es einem frost- oder landwirtschaftlichem Betrieb dient. Diese Möglichkeit ist wohl für alle SoLaWis geeignet oder für jene, die einen Großteil Ihres Ertrags verkaufen wollen. Unser Garten soll jedoch eher als Lernort begriffen werden. Der Gemüseertrag ist zwar wichtig, aber nicht vordergründig, sondern vielmehr der Ertrag etwas in den Köpfen der Menschen zu bewegen. 

 

- wenn es eine Schutzhütten für Wanderer ist, die keinen Aufenthaltsraum hat. Aber auch dort ist man mit seinem Vorhaben an sehr viele Auflagen gebunden. Und unser Unterstand ist keineswegs eine Wanderschutzhütte. 

 

 

*trommelwirbel!*

 

 

 

 

Die Lösung für all unsere Probleme ist eine Flächennutzungsänderung im Bebauungsplan (?) von einer Ackerfläche zu einer Sondernutzungsflächen. Diese Flächen werden beispielsweise für Campingsplätze ausgewiesen, aber auch für Fußballplätze, Schießstände oder Anglerhütten. Und wenn diese Vereine dort ihre Vereinshütten stehen haben, was spricht dagegen unserem "Umweltverein" auch eine Sondernutzungsfläche zu gestatten. 

 

So könnten wir dort auch ein größeres Gebäude mit integriertem Gewächshaus errichten, Spielgeräte aufstellen und eine Hütte am Kompostplatz errichten. Die Gemeinde hat zumindest Interesse signalisiert. Nun liegt es an uns ein gut durchdachtes Konzept zu entwickeln und entsprechende Pläne anzufertigen. All dass wird unseren Verein sicherlich nur einige Monate beschäftigen. Aber wir blicken positiv in die Zukunft!

 

 

Wenn eines Euer Vorhaben also zu scheitern droht, dann gebt nicht vorschnell auf. Sucht kleine und langsame Lösungen und integriere Behörden und Gesetze. Manchmal braucht es einfach nur etwas Zeit um einen Weg für sich zu finden. 

 

 

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Erfolg bei Euren kleinen und großen Projekten!

 

 

Eure Waldgeister

 

 

 

 

 

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